Vom Funktionieren ins Fühlen: Wie Monika Böttner Körperbewusstsein und innere Klarheit verbindet

Monika Böttner


Vom Funktionieren ins Fühlen: Wie Monika Böttner Körperbewusstsein und innere Klarheit verbindet
Foto: Justin Bockey

Der Alltag läuft. Termine werden eingehalten, Aufgaben erledigt und Erwartungen erfüllt. Nach außen scheint alles zu funktionieren. Doch im Inneren entsteht eine Unruhe – manchmal begleitet von Erschöpfung, Leere oder dem Gefühl, den Kontakt zu sich selbst verloren zu haben.

Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit von Monika Böttner an. Die Sporttherapeutin verbindet Körperarbeit und Biomechanik mit Nervensystem-Mentoring und psychoemotionalen Ansätzen. Ihr Ziel: Menschen dabei zu begleiten, den eigenen Körper wieder bewusst wahrzunehmen und aus dem permanenten Funktionieren zurück ins Fühlen zu kommen.

Denn für Monika Böttner ist der Körper keine Maschine, die möglichst reibungslos funktionieren muss. Sie betrachtet ihn vielmehr als ein komplexes System, das wichtige Signale sendet und den Menschen in seiner Lebendigkeit unterstützen kann.

Wenn Funktionieren zum Dauerzustand wird

Ein verspannter Nacken, ein schmerzender Rücken oder ein angespannter Kiefer gehören für viele Menschen längst zum Alltag. Beschwerden werden hingenommen, ignoriert oder kurzfristig behandelt. Monika Böttner beobachtet in ihrer Arbeit jedoch noch etwas anderes: Manche Menschen haben sich so sehr an diesen Zustand gewöhnt, dass sie kaum noch bewusst wahrnehmen, was in ihrem Körper eigentlich passiert.

Schmerzen betrachtet die Sporttherapeutin deshalb nicht einfach als Normalzustand. Sie versteht sie als ein Signal des Körpers: Hier lohnt es sich hinzuschauen und das bisherige Tun zu unterbrechen.

Genau darin liegt für sie ein wichtiger Schritt auf dem Weg vom Funktionieren ins Fühlen. Statt den Körper lediglich dazu zu bringen, weiterzumachen, soll wieder ein Bewusstsein dafür entstehen, was er gerade braucht.

Körperwahrnehmung beginnt bei den Füßen

Ein Werkzeug, das Monika Böttner bei ihrer Arbeit nutzt, wirkt zunächst erstaunlich unscheinbar: ein kleiner Ball.

Mit ihm arbeitet sie unter anderem an den Faszien. Besonders spannend sind für sie dabei die Füße. Denn ein blockierter oder instabiler Stand kann sich aus ihrer Sicht auf den gesamten Körper auswirken.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Plantarfaszie an der Fußsohle. Durch gezielte Arbeit mit dem Ball sollen Spannungen gelöst und die Wahrnehmung für den eigenen Stand verbessert werden.

Für Monika Böttner geht es dabei um mehr als eine lokale Behandlung der Füße. Sie beschreibt einen Zusammenhang zwischen körperlicher Stabilität und dem persönlichen Erleben. Wird der eigene Körper wieder bewusster wahrgenommen, kann dies dabei helfen, sich selbst wieder stärker zu spüren.

Der Ball wird damit zum praktischen Einstieg in eine grundsätzlichere Frage: Was passiert gerade eigentlich im eigenen Körper?

Den eigenen Körper wieder wahrnehmen

Im permanenten Hamsterrad stehen häufig To-do-Listen, Verpflichtungen und die Erwartungen anderer im Vordergrund. Die eigenen Bedürfnisse geraten dagegen leicht aus dem Blick.

Genau hier möchte Monika Böttner ansetzen.

Wer wieder wahrnimmt, wie sich der eigene Körper anfühlt, kann sich nach ihrer Erfahrung auch intensiver mit den eigenen Bedürfnissen beschäftigen. Körperbewusstsein wird damit zu einem möglichen Ausgangspunkt, um Gewohnheiten zu hinterfragen und Entscheidungen bewusster zu treffen.

Dabei spielen für sie verschiedene Elemente zusammen. Neben Bewegung und Körperarbeit gehört beispielsweise auch die bewusste Atmung zu ihrem Ansatz.

Der entscheidende Gedanke dahinter: Der Körper soll nicht nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn er nicht mehr so funktioniert wie gewünscht. Vielmehr darf er wieder zu einem festen Bestandteil der eigenen Wahrnehmung werden.

Monika Böttner kennt das Funktionieren aus eigener Erfahrung

Dass dieses Thema für Monika Böttner weit über ihre berufliche Tätigkeit hinausgeht, zeigt ihre eigene Geschichte.

Sie beschreibt eine Phase ihres Lebens, in der sie To-do-Listen abarbeitete, Erwartungen erfüllte und nach außen hervorragend funktionierte. Innerlich sah es jedoch anders aus: Sie fühlte sich ausgebrannt und leer.

Rückblickend bezeichnet sie das Leben, das sie sich damals aufgebaut hatte, als ein „Kartenhaus“.

Der Weg aus diesem Zustand sei für sie schmerzhaft gewesen. Gleichzeitig begann sie, nach Lösungen zu suchen und ihr eigenes Leben neu auszurichten. Heute sagt sie von sich, dass sie sich Träume erfüllt hat.

Dazu gehört nicht nur ihre Arbeit als Sporttherapeutin. Monika Böttner ist außerdem leidenschaftliche Imkerin und verbindet ihre Begeisterung für Bewegung mit ihrer Nähe zur Natur.

Ihre heutige Arbeit ist deshalb auch von den Erfahrungen geprägt, die sie selbst auf ihrem Weg gemacht hat.

Leistung bringen und eigene Bedürfnisse zurückstellen

Warum fällt es vielen Menschen überhaupt so schwer, den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen aufrechtzuerhalten?

Monika Böttner sieht einen Teil der Ursache in einer Gesellschaft, in der Leistung einen hohen Stellenwert besitzt. Schon früh lernen Menschen, Aufgaben zu erfüllen, Anforderungen gerecht zu werden und eigene Bedürfnisse gegebenenfalls zurückzustellen.

Problematisch kann es werden, wenn dieses Funktionieren zum dauerhaften Lebensmodus wird.

Dann wird zwar weiterhin gearbeitet, organisiert und geleistet – gleichzeitig kann jedoch die Wahrnehmung dafür verloren gehen, wie es einem selbst eigentlich geht.

Monika Böttner sieht zugleich eine Veränderung. Aus ihrer Sicht wächst das Bewusstsein dafür, dass ein Leben, das ausschließlich auf Leistung und Funktionieren ausgerichtet ist, hinterfragt werden darf.

Von der Betriebswirtschaft zur Sporttherapie

Interessant ist dabei auch der berufliche Weg von Monika Böttner. Ursprünglich kommt sie aus der Betriebswirtschaft.

Sport und Bewegung begleiteten sie allerdings schon früh. Sie begann mit Turnen, betrieb Triathlon und war über viele Jahre dem Schwimmen verbunden.

Dass sie sich schließlich intensiv mit Körper und Bewegung beschäftigte, erscheint ihr deshalb rückblickend als logische Entwicklung.

Sport bedeutet für sie dabei nicht nur körperliche Leistungsfähigkeit. Bewegung kann aus ihrer Sicht auch eine Möglichkeit sein, mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Wer den eigenen Körper wahrnimmt, kann dadurch auch mehr Klarheit für sich gewinnen.

Damit verbindet sich ihre sporttherapeutische Ausbildung mit einem Ansatz, der Körperwahrnehmung, Nervensystem und persönliche Entwicklung zusammendenkt.

Acht Wochen für mehr Bewusstsein für den eigenen Körper

Diesen Ansatz möchte Monika Böttner künftig auch in einem Online-Programm vermitteln. Im Gespräch kündigt sie eine achtwöchige Begleitung an.

Im Mittelpunkt soll zunächst das Bewusstsein für den eigenen Körper stehen. Teilnehmer sollen sich mit körperlichen Blockaden beschäftigen und zugleich psychoemotionale Aspekte einbeziehen.

Der Körper wird dabei nicht als Werkzeug verstanden, das optimiert werden muss. Vielmehr möchte Monika Böttner einen Raum schaffen, in dem Menschen wieder einen anderen Zugang zu ihrem Körper entwickeln können.

Es geht damit nicht allein darum, körperliche Spannungen wahrzunehmen. Dahinter steht eine größere Frage: Was verändert sich im Leben, wenn ein Mensch beginnt, sich selbst wieder bewusster zu spüren?

Körpergefühl als Weg zu mehr Lebendigkeit

Die Arbeit von Monika Böttner zeigt einen Perspektivwechsel: Statt den Körper lediglich danach zu beurteilen, wie gut er funktioniert, rückt seine Wahrnehmung in den Mittelpunkt.

Verspannungen, Schmerzen und körperliche Unruhe werden dadurch nicht einfach zu lästigen Begleiterscheinungen eines vollen Alltags. Sie können ein Anlass sein, genauer hinzuschauen.

Was braucht der eigene Körper? Welche Bedürfnisse wurden lange zurückgestellt? Welche Entscheidungen werden lediglich aus Gewohnheit oder aufgrund äußerer Erwartungen getroffen?

Für Monika Böttner beginnt Veränderung dort, wo diese Wahrnehmung wieder möglich wird.

Der kleine Ball, den sie für ihre Körperarbeit nutzt, steht sinnbildlich für diesen Ansatz. Manchmal braucht es keinen radikalen ersten Schritt. Es kann bereits damit beginnen, die Aufmerksamkeit wieder auf den eigenen Körper zu richten.

Denn wer nicht ausschließlich funktioniert, sondern wieder fühlt, schafft Raum für die eigenen Bedürfnisse, für bewusste Entscheidungen – und möglicherweise auch für Träume, die im hektischen Alltag lange keinen Platz mehr hatten.

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