Future Leadership: Warum Frauen die Führung der Zukunft entscheidend prägen

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Future Leadership: Warum Frauen die Führung der Zukunft entscheidend prägen
Foto: Justin Bockey

Frauen in Führung: Viel Potenzial, das Unternehmen noch immer ungenutzt lassen

Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Sie übernehmen Verantwortung, führen Teams erfolgreich und bringen vielfältige Perspektiven in Unternehmen ein. Dennoch sind sie in den oberen Führungsebenen vieler Organisationen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Die Ursachen dafür sind komplex und reichen von traditionellen Rollenbildern bis hin zu strukturellen Hürden innerhalb der Unternehmen.

Leadership-Expertin und Diplom-Ingenieurin Marina Witzig beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit moderner Führung und hat selbst über 30 Jahre Führungserfahrung in einer technisch geprägten Branche gesammelt. Aus ihrer Sicht geht es längst nicht mehr nur um Gleichberechtigung. Es geht darum, enormes wirtschaftliches Potenzial endlich konsequent zu nutzen.

Karriereknick Elternzeit: Wenn Qualifikation plötzlich in den Hintergrund rückt

Ein entscheidender Wendepunkt in vielen weiblichen Karrieren entsteht häufig mit der Geburt des ersten Kindes. Während Frauen oftmals für ein Jahr aus dem Beruf aussteigen, übernehmen Männer in vielen Fällen lediglich einen deutlich kürzeren Teil der Elternzeit.

Für Unternehmen bedeutet das, dass Führungspositionen übergangsweise neu besetzt werden müssen. Entwickelt sich die Vertretung erfolgreich, fällt die ursprüngliche Stelleninhaberin häufig aus dem Fokus. Nicht selten kehrt sie auf eine andere Position zurück – manchmal gleichwertig, häufig jedoch mit geringerer Verantwortung.

Gerade in Führungspositionen ist dieser Bruch besonders kritisch. Führung entsteht nicht über Nacht. Vertrauen, Netzwerke und das Verständnis für Mitarbeiter entwickeln sich über Jahre hinweg. Wer diese Entwicklung unterbrechen muss, verliert oft wertvolle Karrierechancen.

Gute Führung beginnt beim Menschen

Für Marina Witzig steht fest: Erfolgreiche Führung beginnt immer bei den Menschen.

Als sie selbst einen Bereich mit rund 60 Mitarbeitenden übernahm, führte sie mit jeder einzelnen Person ein ausführliches Kennenlerngespräch. Dieser hohe Zeitaufwand war für sie selbstverständlich, denn nur wer seine Mitarbeiter wirklich kennt, kann Potenziale erkennen und gezielt fördern.

Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle.

Entscheidend sind Kompetenz, Motivation und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Werden Menschen entsprechend ihrer Stärken eingesetzt, profitieren sowohl die Mitarbeitenden als auch das Unternehmen.

Warum authentische Führung erfolgreicher ist

Ein zentrales Thema moderner Führung ist Authentizität.

Viele Frauen versuchen nach Beobachtung von Marina Witzig, sich an traditionelle männliche Führungsbilder anzupassen. Sie übernehmen Verhaltensweisen, die nicht ihrer Persönlichkeit entsprechen, weil sie glauben, nur so erfolgreich sein zu können.

Genau darin sieht sie jedoch einen Fehler.

Authentische Führung schafft Vertrauen. Mitarbeitende wissen, woran sie sind. Entscheidungen werden nachvollziehbar und Führungskräfte wirken glaubwürdig. Wer sich hingegen dauerhaft verstellt, verliert nicht nur Energie, sondern häufig auch seine natürliche Wirkung.

Authentisch zu führen bedeutet dabei keineswegs, konfliktscheu zu sein. Im Gegenteil: Eine klare Haltung zu vertreten und auch bei Gegenwind zu ihr zu stehen, schafft Orientierung und wird von Mitarbeitenden langfristig honoriert.

Future Leadership braucht emotionale Kompetenz

Die Arbeitswelt verändert sich rasant.

Digitalisierung, Fachkräftemangel, wirtschaftliche Unsicherheiten und gesellschaftliche Veränderungen verlangen nach einem neuen Führungsverständnis.

Aus Sicht von Marina Witzig gehören dazu insbesondere:

  • Empathie statt reiner Kontrolle
  • Vertrauen statt Mikromanagement
  • Potenzialentwicklung statt Hierarchiedenken
  • Zusammenarbeit statt Machtdenken
  • Authentizität statt Rollenverhalten


Gerade Frauen bringen viele dieser Kompetenzen häufig selbstverständlich in ihre Führungsarbeit ein. Emotional intelligente Führung wird dadurch zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Warum gemischte Führungsteams erfolgreicher arbeiten

Während ihrer eigenen Führungslaufbahn gelang es Marina Witzig, einen IT-Bereich nahezu ausgeglichen mit Frauen und Männern zu besetzen.

Nicht aufgrund einer Quote, sondern weil sie konsequent auf Fähigkeiten und Potenziale schaute.

Ihre Erfahrung zeigt: Divers zusammengesetzte Teams treffen bessere Entscheidungen, betrachten Herausforderungen aus mehreren Perspektiven und entwickeln nachhaltigere Lösungen.

Wer die Hälfte des vorhandenen Talents unbewusst ausschließt oder nur eingeschränkt fördert, verzichtet gleichzeitig auf Innovationskraft, Produktivität und wirtschaftlichen Erfolg.

Selbstführung ist die Grundlage jeder erfolgreichen Führung

Eine weitere Kernbotschaft von Marina Witzig lautet:

Wer andere führen möchte, muss zunächst sich selbst führen können.

Dazu gehören:

  • Klarheit über die eigenen Werte
  • Selbstreflexion
  • emotionale Stabilität
  • Verantwortungsbewusstsein
  • ein gesundes Selbstvertrauen


Nur wer weiß, wofür er steht, kann Orientierung geben und auch in schwierigen Situationen glaubwürdig handeln.

Diese Fähigkeit ist unabhängig vom Geschlecht – sie bildet jedoch das Fundament moderner Leadership.

Unternehmen müssen Führung neu denken

Aus Sicht von Marina Witzig reichen einzelne Förderprogramme längst nicht mehr aus.

Es braucht eine Unternehmenskultur, die Frauen nicht nur den Einstieg in Führungspositionen ermöglicht, sondern sie dort auch langfristig unterstützt. Ebenso wichtig sind Vorbilder, faire Karrierechancen und Führungskräfte, die Potenziale unabhängig von traditionellen Rollenbildern erkennen.

Die Zukunft erfolgreicher Unternehmen wird nicht durch starre Hierarchien geprägt sein, sondern durch Führungspersönlichkeiten, die Menschen entwickeln, Vielfalt fördern und Veränderungen aktiv gestalten.

Fazit: Future Leadership braucht mehr Vielfalt

Die Diskussion über Frauen in Führungspositionen ist längst keine reine Gleichstellungsdebatte mehr.

Es geht um wirtschaftliche Vernunft, Innovationsfähigkeit und die Frage, wie Unternehmen in Zukunft erfolgreich bleiben können.

Marina Witzig zeigt mit ihrer jahrzehntelangen Führungserfahrung, dass moderne Leadership auf Authentizität, Vertrauen und Potenzialentwicklung basiert. Unternehmen, die Frauen gezielt fördern und vielfältige Führungsteams aufbauen, schaffen bessere Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg.

Future Leadership bedeutet deshalb nicht, Frauen gegen Männer auszuspielen. Es bedeutet, die besten Talente unabhängig vom Geschlecht sichtbar zu machen und Führung neu zu denken.

Marina Witzig

Future Leadership Expertin

Themen

Business , Leadership , Persoenlichkeitsentwicklung , Speaker

Marina Witzig