Chronische Migräne verstehen: Was Beata Zofia Bullo über Emotionen, Körpersignale und den Weg zurück zur Lebensqualität sagt

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Chronische Migräne verstehen: Was Beata Zofia Bullo über Emotionen, Körpersignale und den Weg zurück zur Lebensqualität sagt
Foto: Justin Bockey

Was hält die Welt im Innersten zusammen? Mit dieser großen Frage beschäftigt sich die Metaphysik seit Jahrhunderten. Doch was geschieht, wenn dieser Blick auf die tieferenZusammenhänge nicht nur auf die Welt, sondern auf den eigenen Körper gerichtet wird?

Für Beata Zofia Bullo, Expertin für Gesundheit, Emotionen und Metaphysik, wurde genau diese Frage sehr persönlich. Denn sie kennt chronische Migräne nicht allein aus der Perspektive einer Mentorin. Sie war nach eigener Aussage selbst rund 20 Jahre lang Migränepatientin.

Heute begleitet sie vor allem Frauen mit chronischer Migräne und verbindet dabei ihre langjährige Erfahrung in der Krankenpflege mit ihrem Ansatz zu Emotionen, Körperwahrnehmung und Metaphysik.

Ihre eigene Geschichte führte sie dabei zu einer entscheidenden Veränderung: Statt sich ausschließlich zu fragen, warum sie unter Migräne litt, begann sie darüber nachzudenken, welche Botschaft ihr Körper ihr möglicherweise vermitteln wollte.

20 Jahre Migräne: Wenn der Schmerz das Leben mitbestimmt

Beata Zofia Bullo verfügt über rund 30 Jahre Erfahrung in der Krankenpflege und arbeitete unter anderem in der Intensivpflege. Sie kannte Krankheit und gesundheitliche Krisen damit aus ihrem beruflichen Alltag.

Gleichzeitig war sie selbst betroffen.

Etwa 20 Jahre lang litt sie nach eigener Aussage unter Migräne. Sie probierte unterschiedliche Therapien und Medikamente aus. Trotzdem wurden die Beschwerden nicht besser. Im Gegenteil: Die Migräneattacken traten immer häufiger auf.

Damit begann eine Suche, die weit über die Frage nach einer kurzfristigen Linderung der Schmerzen hinausging.

Wie viele Betroffene stellte sie sich zunächst Fragen wie: „Warum gerade jetzt?“, „Warum gerade ich?“ oder „Muss das sein?“

Irgendwann änderte sie ihre Perspektive.

Statt ausschließlich danach zu fragen, warum die Migräne da war, wollte sie wissen, was ihr Körper ihr damit möglicherweise sagen könnte.

Was will der Körper mit der Migräne sagen?

Für Beata Zofia Bullo war diese neue Fragestellung kein Moment, in dem plötzlich sämtliche Beschwerden verschwanden. Sie beschreibt ihre Entwicklung vielmehr als Prozess.

Je häufiger sie sich mit den möglichen Zusammenhängen beschäftigte, desto stärker rückten bestimmte Muster ihres eigenen Lebens in den Vordergrund.

Eines davon war Anpassung.

Rückblickend stellte sie fest, dass sie über viele Jahre Dinge getan hatte, die sie eigentlich nicht tun wollte. Ein „Nein“ war innerlich bereits vorhanden, ausgesprochen wurde jedoch trotzdem ein „Ja“.

Genau an diesem Punkt verbindet sie ihre Erfahrungen mit dem Thema Emotionen.

Unterdrückte Emotionen und chronische Migräne

Nach ihrem Ansatz lohnt es sich für Betroffene, nicht nur körperliche Beschwerden zu betrachten, sondern auch die eigenen Gefühle und Verhaltensmuster bewusst wahrzunehmen.

Dabei spricht Beata Zofia Bullo unter anderem über Wut und Trauer. Gefühle könnten ihrer Erfahrung nach über lange Zeit zurückgehalten werden. Gerade Frauen mit Migräne beobachtet sie aus ihrer Arbeit heraus häufig als Menschen, die Emotionen unterdrücken oder eigene Bedürfnisse zurückstellen.

Für sie stellt sich deshalb die Frage, welche Auswirkungen es haben kann, wenn Gefühle dauerhaft keinen Ausdruck finden.

Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass eine Migränebehandlung ausschließlich auf emotionaler Ebene stattfinden sollte.

Medikamente gegen Migräne: Beata Zofia Bullo warnt vor einem vorschnellen Absetzen

Gerade an diesem Punkt ist ihre medizinische Vergangenheit relevant. Trotz ihres heutigen Ansatzes rät Beata Zofia Bullo nicht dazu, Medikamente oder medizinische Behandlungen einfach wegzulassen.

Aus ihrer Sicht können Medikamente bei starken und unerträglichen Schmerzen eine wichtige Hilfe darstellen.

Gleichzeitig unterscheidet sie zwischen der akuten Behandlung einer Attacke und ihrer persönlichen Suche nach tieferliegenden Zusammenhängen.

Für sie ist diese Auseinandersetzung ein Prozess. Deshalb geht es in ihrem Ansatz nicht darum, medizinische Maßnahmen abrupt durch alternative Methoden zu ersetzen. Vielmehr richtet sie den Blick zusätzlich auf persönliche und emotionale Themen, die Betroffene für sich untersuchen können.

Gesundheit, Emotionen und Metaphysik miteinander verbinden

Genau aus dieser persönlichen Geschichte entwickelte sich die heutige Arbeit von Beata Zofia Bullo.

Sie verbindet drei Bereiche miteinander: Gesundheit, Emotionen und Metaphysik.

Dabei greift sie sowohl auf ihre jahrzehntelange berufliche Erfahrung im Gesundheitsbereich als auch auf ihre eigene Geschichte als Migränepatientin zurück.

Im Mittelpunkt steht die Verbindung zu sich selbst: Was wird tatsächlich empfunden? Wo findet Anpassung statt? Welche Emotionen bekommen keinen Raum? Und an welchen Stellen werden die eigenen Bedürfnisse übergangen?

Diese Fragen sollen dabei helfen, die eigene Situation aus einer zusätzlichen Perspektive zu betrachten.

Von Selbsthilfekursen bis zum Retreat auf Lanzarote

Ihre Arbeit bietet Beata Zofia Bullo in unterschiedlichen Formen an. Dazu gehören unter anderem Online-Selbsthilfekurse sowie ihre eigene GEM-Methode.

Besonders intensiv ist ein einwöchiges Retreat auf Lanzarote.

Die Umgebung zwischen Meer und Vulkan wird dabei bewusst in die gemeinsame Arbeit einbezogen. Eine zentrale Rolle spielen die fünf Elemente, denen unterschiedliche Emotionen und Themen zugeordnet werden.

Im Laufe der Woche beschäftigt sich die Gruppe täglich mit diesen Themen. Gespräche und Rituale gehören ebenso dazu wie das bewusste Erleben der Insel.

Der Rückzug aus dem Alltag soll dabei Raum schaffen, sich intensiver mit der Verbindung zum eigenen Körper, den eigenen Emotionen und sich selbst auseinanderzusetzen.

Was Lebensqualität nach 20 Jahren Migräne bedeutet

Wie einschneidend chronische Migräne sein kann, zeigt die persönliche Geschichte von Beata Zofia Bullo besonders deutlich.

Sie berichtet von Veranstaltungen und Feiern, die sie aufgrund ihrer Beschwerden absagen musste. Selbst Urlaube bedeuteten nicht automatisch Erholung. Teilweise verbrachte sie einen erheblichen Teil davon in einem dunklen Zimmer.

Migräne bedeutete für sie deshalb wesentlich mehr als Kopfschmerzen.

Sie verlor dadurch nach eigener Beschreibung über lange Zeit Lebensqualität und Lebenslust.

Heute gehe es ihr deutlich besser. Gerade diese Erfahrung ist einer der Gründe dafür, warum sie andere Frauen mit chronischer Migräne unterstützen möchte.

Dabei geht es nicht um das Versprechen einer schnellen Lösung. Ihre eigene Geschichte zeigt vielmehr, dass Veränderung für sie mit einem längeren Prozess verbunden war.

Chronische Migräne aus einer zusätzlichen Perspektive betrachten

Migräne ist ein komplexes gesundheitliches Thema. Die persönliche Geschichte von Beata Zofia Bullo eröffnet dazu eine Perspektive, bei der die Aufmerksamkeit zusätzlich auf Körperwahrnehmung, Emotionen und individuelle Lebensmuster gelenkt wird.

Ihre entscheidende Veränderung begann mit einer neuen Frage.

Nicht mehr ausschließlich: Warum passiert das?

Sondern: Was könnte der eigene Körper mitteilen?

Für Beata Zofia Bullo führte diese Frage dazu, Anpassung, unterdrückte Emotionen und eigene Bedürfnisse genauer zu betrachten. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Medikamente bei starken Schmerzen hilfreich sein können und nicht einfach abgesetzt werden sollten.

Damit steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit nicht die Ablehnung medizinischer Unterstützung, sondern eine zusätzliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben.

Nach rund 20 Jahren mit Migräne beschreibt sie heute eine deutlich höhere Lebensqualität und einen anderen Zugang zu ihrem eigenen Leben.