Sicher unterwegs statt teurer Überraschungen: Michael Mink über Fahrzeugchecks, Wartungsstau und Fuhrparkmanagement
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Eine frische TÜV-Plakette am Fahrzeug – und damit ist für die nächsten Jahre alles in Ordnung? Genau dieser Gedanke kann für Privatpersonen und Unternehmen zum Problem werden. Denn die Hauptuntersuchung bildet in erster Linie einen Ist-Zustand ab. Sie ersetzt weder den regelmäßigen Service noch eine vorausschauende Kontrolle des Fahrzeugs.
Michael Mink weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich Karosserie, Lackierung und Unfallschäden, welche Folgen mangelnde Wartung haben kann. Als Unternehmer und Meister seines Fachs beschäftigt er sich intensiv damit, wie Fahrzeuge nicht nur die Hauptuntersuchung bestehen, sondern langfristig sicher und zuverlässig unterwegs bleiben.
Dabei geht es für ihn nicht allein um technische Details. Gerade bei Unternehmensflotten können fehlende Prozesse und nicht dokumentierte Fahrzeugmängel schnell zu einem Sicherheits- und Kostenrisiko werden.
TÜV bestanden – und trotzdem nicht alles in Ordnung?
Umgangssprachlich ist schnell vom „TÜV“ die Rede. Tatsächlich geht es dabei um die Hauptuntersuchung, kurz HU. Und genau hier sieht Michael Mink ein häufiges Missverständnis.
Die Hauptuntersuchung ist kein Fahrzeugservice.
Eine frische Plakette bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Fahrzeug keinen Wartungsstau aufweist oder in den kommenden Monaten zuverlässig funktionieren wird. Ein Auto kann die HU bestanden haben und trotzdem technische Probleme entwickeln, die bei einer regelmäßigen Wartung frühzeitig erkannt werden könnten.
Für Michael Mink sind deshalb beide Bereiche entscheidend: Die HU ist wichtig – der regelmäßige Service aber genauso.
Das wird besonders relevant, wenn ein Fahrzeug im Alltag zuverlässig funktionieren muss. Bleibt das Auto beispielsweise nachts auf einer Landstraße liegen, hilft seinem Fahrer die frische Prüfplakette wenig. Entscheidend ist in diesem Moment, ob Wartung und technischer Zustand des Fahrzeugs tatsächlich im Blick behalten wurden.
Wenn ein einziger Reifen zum Risiko für den Fuhrpark wird
Wie schnell fehlende Prozesse problematisch werden können, zeigt ein Beispiel aus Michael Minks Praxis.
Ein Handwerksunternehmen mit 16 Fahrzeugen übergab seine Flotte in die Betreuung. Beim ersten Fahrzeug wurde zunächst ein vollständiger Check durchgeführt. Dabei fiel eine ungewöhnliche Kombination auf: Das Auto war im Winter mit drei Allwetterreifen und einem Sommerreifen unterwegs.
Der Hintergrund war zunächst unspektakulär. Einige Wochen zuvor hatte ein Mitarbeiter eine Reifenpanne. Daraufhin montierte er das vorhandene Reserverad – bei diesem handelte es sich allerdings um einen Sommerreifen.
Das eigentliche Problem lag für Michael Mink nicht nur beim Reifen selbst. Im Unternehmen fehlte ein klarer Prozess, um einen solchen Vorfall zu dokumentieren und weiterzugeben. Das Fahrzeug blieb deshalb in dieser Konfiguration im Einsatz.
Gerade bei Schnee und winterlichen Straßenverhältnissen hätte daraus ein erhebliches Risiko entstehen können. Bei einer Vollbremsung kann eine ungeeignete Bereifung beispielsweise Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben. Neben der Sicherheit können im Schadenfall außerdem finanzielle und versicherungsrechtliche Fragen für das Unternehmen entstehen.
Das Beispiel zeigt: Professionelles Fuhrparkmanagement beginnt nicht erst in der Werkstatt. Es beginnt bei klaren Zuständigkeiten, Kommunikation und Dokumentation.
Warum Fuhrparks mit dem Unternehmen mitwachsen müssen
Michael Mink beobachtet, dass viele Unternehmer ihre Fahrzeuge zunächst problemlos selbst im Blick behalten können. Bei einem kleinen Bestand ist bekannt, welches Auto wann in der Werkstatt war, wann der nächste Service ansteht oder welcher Mitarbeiter einen Schaden gemeldet hat.
Mit zunehmendem Wachstum verändert sich diese Situation.
Nach Michael Minks Erfahrung wird es ab einer gewissen Anzahl von Fahrzeugen immer schwieriger, den Überblick ohne strukturierte Prozesse zu behalten. Fehlen klare Konzepte, ein verantwortlicher Fuhrparkleiter oder ein externer Partner, können wichtige Informationen verloren gehen.
Dann stellen sich plötzlich Fragen wie: Wann war welches Fahrzeug zuletzt beim Service? Welche Warnleuchten wurden gemeldet? Gibt es einen bekannten Schaden? Wurde eine Reparatur tatsächlich durchgeführt? Und wer ist dafür verantwortlich, dass diese Informationen dokumentiert werden?
Für ein Unternehmen geht es deshalb nicht nur darum, Fahrzeuge bereitzustellen. Ein funktionierendes Fuhrparkmanagement soll dafür sorgen, dass die Mitarbeiter sicher und zuverlässig unterwegs sind und der Unternehmer den technischen Zustand seiner Flotte nachvollziehen kann.
Wartungsstau kann Unternehmen unnötig Geld kosten
Der wirtschaftliche Faktor spielt dabei eine wichtige Rolle.
Michael Mink kommt ursprünglich aus dem Unfallbereich. Im Laufe seiner Tätigkeit begann er zunehmend zu hinterfragen, warum bestimmte Unfälle oder Fahrzeugprobleme überhaupt entstanden waren. Dabei stieß er immer wieder auf mangelnden Service oder Warnsignale am Fahrzeug, die nicht rechtzeitig ernst genommen wurden.
Genau hier liegt aus seiner Sicht ein großes Einsparpotenzial.
Wer Probleme frühzeitig erkennt, kann Entscheidungen treffen, bevor aus kleinen Auffälligkeiten größere Reparaturen oder Ausfälle entstehen. Für Unternehmen bedeutet das gleichzeitig mehr Planungssicherheit. Fahrzeuge, die überraschend ausfallen, verursachen schließlich nicht nur Reparaturkosten. Sie können auch Arbeitsabläufe beeinträchtigen.
Deshalb setzt Michael Mink auf strukturierte Fahrzeugchecks und Konzepte, mit denen der tatsächliche Zustand einer Flotte transparent bleibt.
Auch für Privatpersonen kann ein Komplettcheck sinnvoll sein
Was für Unternehmensflotten gilt, lässt sich in kleinerem Maßstab auch auf private Fahrzeuge übertragen.
Michael Mink empfiehlt insbesondere bei älteren Fahrzeugen, nicht ausschließlich von Reparatur zu Reparatur zu denken. Statt immer nur den gerade auftretenden Defekt beheben zu lassen, kann ein vollständiger Fahrzeugcheck dabei helfen, die kommenden Kosten realistischer einzuschätzen.
Die entscheidende Frage lautet dann: Lohnt es sich wirtschaftlich noch, dieses Fahrzeug weiterzufahren?
Einzelne kleinere Rechnungen wirken zunächst überschaubar. Über einen längeren Zeitraum können sich diese Beträge jedoch summieren. Wer frühzeitig einen Gesamtüberblick über den technischen Zustand erhält, kann besser beurteilen, ob weitere Investitionen sinnvoll sind oder ein Fahrzeugwechsel wirtschaftlich interessanter wird.
Das verändert die Perspektive: Statt ausschließlich auf den nächsten Defekt zu reagieren, wird die Fahrzeughaltung vorausschauend geplant.
Gebrauchtwagen kaufen: Fachwissen statt Bauchgefühl
Auch beim Gebrauchtwagenkauf sieht Michael Mink einen wichtigen Anwendungsbereich für professionelle Fahrzeugchecks.
Viele Menschen nehmen einen Bekannten oder ein Familienmitglied mit, das sich vermeintlich gut mit Autos auskennt. Doch gerade hier warnt Mink vor einer falschen Sicherheit. Fahrzeuge haben sich technisch in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert.
Jemand, der vor vielen Jahren eine Ausbildung im Kfz-Bereich absolviert hat, anschließend jedoch nicht mehr aktiv in diesem Beruf gearbeitet und sich nicht regelmäßig weitergebildet hat, muss deshalb nicht zwangsläufig den aktuellen technischen Wissensstand besitzen.
Michael Mink setzt entsprechend auf Mitarbeiter, die regelmäßig geschult werden.
Bei einem geplanten Gebrauchtwagenkauf kann ein professioneller Komplettcheck deshalb eine wertvolle Entscheidungsgrundlage liefern. Statt sich allein auf den äußeren Eindruck, eine Probefahrt oder das eigene Bauchgefühl zu verlassen, wird der Zustand des Fahrzeugs fachlich beurteilt.
Am Ende steht eine möglichst klare Empfehlung: Kaufen – oder besser weitersuchen.
Fahrzeugkosten und Versicherungen ganzheitlich betrachten
Bei größeren Unternehmensflotten geht die Beratung noch einen Schritt weiter.
Michael Mink berichtet aus seiner Praxis von Unternehmen, die ihre Schäden teilweise selbst tragen, weil sie zu dem Ergebnis gekommen sind, dass ihre Versicherungskosten höher liegen als die tatsächlich entstehenden Schäden. Auch für solche Konstellationen können individuelle Lösungen und feste Vereinbarungen entwickelt werden.
Entscheidend ist dabei der ganzheitliche Blick.
Fuhrparkmanagement besteht nicht nur aus Reifenwechsel, Inspektionen oder Reparaturen. Kosten, Schäden, Versicherungsmodelle, Fahrzeugzustände und interne Prozesse greifen ineinander. Je größer eine Flotte wird, desto wichtiger wird deshalb eine strukturierte Steuerung.
Aktuelles Fachwissen wird bei modernen Fahrzeugen immer wichtiger
Die Automobilbranche hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Moderne Fahrzeuge sind komplexe technische Systeme, bei denen Mechanik, Elektronik und digitale Komponenten zusammenspielen.
Für Michael Mink ist deshalb kontinuierliche Weiterbildung ein entscheidender Faktor.
Ein einmal erlernter Beruf allein reicht nicht automatisch aus, um Jahrzehnte später jedes moderne Fahrzeug fachgerecht beurteilen zu können. Genau deshalb legt er Wert darauf, dass seine Mitarbeiter regelmäßig Schulungen besuchen und ihr Fachwissen aktuell halten.
Für Fahrzeughalter bedeutet das: Bei wichtigen Entscheidungen sollte nicht nur gefragt werden, ob jemand Erfahrung mit Autos hat, sondern auch, wie aktuell dieses Wissen tatsächlich ist.
Vom Matchbox-Auto zum Unternehmer: Woher Michael Minks Leidenschaft kommt
Michael Minks Verbindung zum Automobil begann lange vor seiner beruflichen Laufbahn. Bereits als Kind spielte er mit Matchbox-Autos, später folgten ferngesteuerte Fahrzeuge.
Mit 14 Jahren arbeitete er auf einem Schrottplatz bei einem Freund, um sich sein damaliges Moped zu finanzieren. Dort entwickelte sich seine Begeisterung für Fahrzeuge weiter.
Aus dem frühen Interesse wurde schließlich ein Beruf – und aus dem Beruf eine unternehmerische Aufgabe.
Heute verbindet Michael Mink seine jahrzehntelange Erfahrung im Unfallschadenbereich mit dem Anspruch, Probleme möglichst zu erkennen, bevor daraus teure oder gefährliche Situationen entstehen. Neben seiner Tätigkeit als Unternehmer tritt er inzwischen auch als Keynote-Speaker auf und vermittelt seine Erfahrungen einem größeren Publikum.
Fazit: Sicherheit beginnt lange vor der nächsten Hauptuntersuchung
Eine bestandene Hauptuntersuchung ist wichtig, sollte aber nicht mit einer umfassenden Wartung verwechselt werden. Genau diese Unterscheidung bildet den Kern von Michael Minks Ansatz.
Für Privatpersonen kann ein vollständiger Fahrzeugcheck helfen, Reparaturkosten besser einzuschätzen oder eine fundierte Entscheidung beim Gebrauchtwagenkauf zu treffen. Für Unternehmen geht es um deutlich mehr: klare Verantwortlichkeiten, dokumentierte Prozesse, regelmäßige Wartung und einen transparenten Überblick über den gesamten Fuhrpark.
Das Beispiel mit den unterschiedlichen Reifen zeigt eindrücklich, wie aus einem kleinen, nicht dokumentierten Vorgang ein ernst zu nehmendes Risiko entstehen kann.
Wer Fahrzeuge langfristig sicher und wirtschaftlich betreiben möchte, sollte deshalb nicht erst reagieren, wenn eine Warnleuchte aufleuchtet oder ein Fahrzeug liegen bleibt. Vorausschauende Wartung und professionelles Fuhrparkmanagement schaffen die Grundlage dafür, dass Menschen zuverlässig unterwegs sind – und unerwartete Kosten möglichst gar nicht erst entstehen.