Persönlichkeit im Business: Warum eine runde Positionierung der Schlüssel zu mehr Erfolg ist
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Was haben Potenzial, Positionierung und volle Auftragsbücher gemeinsam? Für Business- und Mindset-Mentor Dennis Sievers liegt die Antwort in der Persönlichkeit. Denn eine erfolgreiche Positionierung entsteht für ihn nicht dadurch, dass Menschen möglichst viele Facetten von sich streichen, bis eine messerscharfe Nische übrig bleibt. Vielmehr geht es darum, vorhandene Potenziale zu erkennen, sinnvoll miteinander zu verbinden und daraus eine Positionierung zu entwickeln, die zur Person und gleichzeitig zu ihren Kunden passt.
Im Gespräch zeigt Dennis Sievers anhand seiner eigenen Geschichte, warum Persönlichkeit im Business weit mehr als ein weicher Faktor ist. Seine Erfahrungen reichen von einer herausfordernden Jugend über die Führung von Serviceteams bis hin zur Unternehmensberatung und schließlich zur eigenen Selbstständigkeit. Dabei zieht sich ein Gedanke wie ein roter Faden durch seinen Weg: Potenziale werden häufig erst dann sichtbar, wenn jemand bereit ist, genauer hinzusehen.
Persönlichkeit im Business: Potenziale erkennen statt Menschen in Schubladen zu stecken
Potenzialentwicklung bildet das Dachthema der Arbeit von Dennis Sievers. Dabei geht es für ihn um drei zentrale Aspekte: Potenziale erkennen, sie positionieren und sie anschließend tatsächlich leben.
Dieser Ansatz ist eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden. Aufgewachsen ist Sievers in Mümmelmannsberg in Hamburg, einem damals sozial schwierigen Umfeld. Schon früh erlebte er Konflikte und Gewalt. Besonders prägend war eine Situation, in der ihm mit einer Rasierklinge ein Hakenkreuz in die Stirn geritzt werden sollte.
Trotz solcher Erfahrungen versuchte Sievers, Menschen nicht vorschnell über Gruppen oder Zuschreibungen zu beurteilen. Stattdessen beschäftigte ihn die Frage, warum einzelne Menschen so handeln, wie sie handeln. Diese Fähigkeit, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen und hinter offensichtlichen Verhaltensweisen nach Ursachen und Mustern zu suchen, sollte später zu einem wichtigen Bestandteil seiner beruflichen Arbeit werden.
Vom unterschätzten Mitarbeiter zur erfolgreichen Führungskraft
Mitte 20 übernahm Dennis Sievers eine Führungsaufgabe und baute Serviceteams für Apple auf. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als selbstverständlich. Ihm wurde zunächst nicht zugetraut, eine Führungsrolle erfolgreich auszufüllen. Der Grund: Er wirkte aus Sicht anderer zu weich.
Sievers wollte die Position trotzdem.
Als Chance erhielt er ein Team, das aus Mitarbeitern mit besonders schwachen Kennzahlen zusammengestellt worden war. Die Aufgabe war klar: Innerhalb von sechs Monaten sollte das Team eine Kundenzufriedenheit von mehr als 90 Prozent erreichen.
Das Ergebnis kam deutlich schneller.
Nach eigenen Angaben gelang es Sievers innerhalb von drei Monaten, die Mitarbeiter entsprechend zu entwickeln. Über zwölf Monate konnte das Team anschließend eine Kundenzufriedenheit von 94 Prozent halten.
Entscheidend war für ihn dabei nicht, alle Teammitglieder auf die gleiche Weise zu führen. Das gemeinsame Ziel war zwar identisch, doch der Weg dorthin musste zur jeweiligen Persönlichkeit passen.
Er betrachtete deshalb jeden Menschen einzeln: Wo liegen die Schwierigkeiten? Welche Persönlichkeit bringt die Person mit? Und wie lassen sich ihre individuellen Eigenschaften so einsetzen, dass bessere Ergebnisse entstehen und gleichzeitig mehr Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit möglich wird?
Der Erfolg führte schließlich dazu, dass ihm drei weitere Teams anvertraut wurden.
Warum Persönlichkeit ein Erfolgsfaktor in der Führung sein kann
Die Erfahrung verdeutlicht einen zentralen Gedanken in Sievers' Ansatz: Gute Ergebnisse entstehen nicht zwangsläufig dadurch, Menschen in ein vorgegebenes System zu pressen.
Stattdessen betrachtet er individuelle Eigenschaften und Potenziale als Ressourcen.
Diese Haltung übertrug er später von der Mitarbeiterführung auf die Unternehmensberatung. Nachdem ein Unternehmensberater auf seinen Ansatz im Servicebereich aufmerksam geworden war, wechselte Sievers in die Beratung und beschäftigte sich intensiv mit Marketing, Sales und Strategie.
Über einen Zeitraum von rund acht bis neun Jahren begleitete er Unternehmer, Selbstständige und Teams. Schließlich entschied er sich für die eigene Selbstständigkeit.
Was bedeutet eine „runde Positionierung“?
Ein zentraler Bestandteil seiner heutigen Arbeit ist die sogenannte runde Positionierung.
Sie steht einem Ansatz gegenüber, bei dem Selbstständige ihre Positionierung immer weiter zuspitzen sollen. Sievers beobachtete in Beratungen nach eigener Aussage, dass etwa 30 Prozent der Menschen mit einer solchen extrem spitzen Positionierung unglücklich waren, weil sie sich darin selbst nicht wiederfanden.
Genau hier setzt sein eigener Ansatz an.
Statt einer Person Teile ihrer Fähigkeiten und Persönlichkeit „abzuputieren“, sollen unterschiedliche Stärken sinnvoll gebündelt werden. Eine runde Positionierung verbindet deshalb mehrere Ebenen miteinander:
- Werte und persönliche Haltung
- Persönlichkeit
- vorhandene Fähigkeiten und Kompetenzen
- ein dazu passendes Angebot
- eine verständliche Kommunikation nach außen
Die Positionierung soll damit weder ausschließlich um die Person selbst kreisen noch lediglich auf ein möglichst enges Marktsegment zugeschnitten sein. Sie soll eine Verbindung zwischen Persönlichkeit, Fähigkeiten, Angebot und den Bedürfnissen potenzieller Kunden herstellen.
Eine gute Positionierung spricht die Sprache der Kunden
Persönlichkeit allein reicht allerdings nicht aus, um ein erfolgreiches Business aufzubauen.
Für Sievers besteht das Ziel einer Positionierung immer auch darin, die Sprache der Kunden zu sprechen. Wer die eigenen Fähigkeiten kennt, sie aber nicht verständlich kommunizieren kann, macht es potenziellen Kunden schwer, den konkreten Wert eines Angebots zu erkennen.
Deshalb betrachtet er neben Persönlichkeit, Werten und Skills auch das Angebot selbst. Existiert bereits ein gutes Angebot, kann es aus seiner Sicht darum gehen, dieses weiter zu verfeinern und anschließend kommunikativ so nach außen zu tragen, dass die richtigen Menschen verstehen, was sie davon haben.
Positionierung wird dadurch zu einer Übersetzungsleistung: Die eigene Persönlichkeit und Expertise müssen in eine Botschaft übertragen werden, die beim Gegenüber ankommt.
Potenziale werden oft von außen sichtbar
Eine weitere Erfahrung aus Sievers' Leben zeigt, welche Rolle andere Menschen bei der persönlichen Entwicklung spielen können.
In seiner Jugend gab es eine Person beziehungsweise eine Familie, die ihn aus seinem damaligen Umfeld herausholte und unterstützte. Dort bekam er praktische Hilfe, die für seinen weiteren beruflichen Weg wichtig wurde: Er lernte beispielsweise, wie Bewerbungen geschrieben werden, bekam einen Anzug für Vorstellungsgespräche und fand schließlich den Weg in seine erste Ausbildung zum Hotelfachmann.
Solche Unterstützung erlebte er nach eigener Aussage in seinem weiteren Leben allerdings eher selten. Häufig suchte er selbst Menschen, die anders dachten als er und von denen er sich neue Perspektiven holen konnte.
Heute möchte er diese Rolle selbst übernehmen.
Er will Menschen erkennen, die viel Potenzial besitzen, es in der aktuellen Situation aber selbst noch nicht vollständig sehen können.
Muster erkennen und vorhandene Stärken verbinden
Als eine seiner besonderen Fähigkeiten beschreibt Dennis Sievers das Erkennen von Mustern und Potenzialen.
Dabei geht es nicht unbedingt darum, einem Selbstständigen etwas völlig Neues beizubringen. Manchmal sind die entscheidenden Bestandteile eines erfolgreichen Geschäftsmodells längst vorhanden – sie werden lediglich als voneinander getrennte Elemente wahrgenommen.
Genau das verdeutlicht das Beispiel eines Kunden, den Sievers im Gespräch erwähnt. Dieser habe nach einem 90-minütigen Gespräch gesagt, dass er sein eigenes Business nach drei Jahren erstmals wirklich verstanden habe.
Die einzelnen Bestandteile waren bereits vorhanden. Was fehlte, war der Zusammenhang.
Das ist ein entscheidender Unterschied: Potenzialentwicklung bedeutet in diesem Verständnis nicht zwingend, immer mehr Fähigkeiten aufzubauen. Sie kann ebenso bedeuten, vorhandene Fähigkeiten neu zu betrachten, Zusammenhänge zu erkennen und daraus ein klareres Gesamtbild zu entwickeln.
Warum eine starke Positionierung nicht zwangsläufig spitz sein muss
Eine möglichst spitze Positionierung kann sinnvoll sein, wenn sie tatsächlich zur Person, ihrem Angebot und ihrer Zielgruppe passt. Problematisch wird sie nach dem Ansatz von Sievers dann, wenn Menschen das Gefühl bekommen, wesentliche Bestandteile ihrer Persönlichkeit oder Expertise ausblenden zu müssen.
Seine runde Positionierung verfolgt deshalb einen anderen Weg.
Nicht Reduktion um jeden Preis steht im Vordergrund, sondern die sinnvolle Bündelung. Unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen, Werte und persönliche Eigenschaften können gemeinsam eine Stärke bilden, sofern daraus ein verständliches Gesamtbild entsteht.
Gerade Selbstständige, Berater und Experten verfügen häufig über Erfahrungen aus verschiedenen beruflichen Stationen. Was auf den ersten Blick wie ein uneinheitlicher Lebenslauf wirken kann, kann aus einer anderen Perspektive eine besondere Kombination von Fähigkeiten ergeben.
Die entscheidende Frage lautet dann nicht nur: „Was muss weg, damit die Positionierung spitzer wird?“
Ebenso relevant ist: „Was gehört zusammen, damit die eigentliche Stärke sichtbar wird?“
Persönlichkeit und Positionierung gehören zusammen
Die Geschichte von Dennis Sievers zeigt, wie eng die Entwicklung einer beruflichen Positionierung mit der eigenen Persönlichkeit verbunden sein kann.
Sein Weg führte ihn aus einem schwierigen sozialen Umfeld in Führungsverantwortung, anschließend in die Unternehmensberatung und schließlich in die Selbstständigkeit als Business- und Mindset-Mentor. Dabei blieb ein Prinzip konstant: Er versucht, Menschen nicht nur anhand offensichtlicher Ergebnisse zu beurteilen, sondern die dahinterliegenden Muster und Potenziale zu erkennen.
Für Selbstständige und Unternehmer ergibt sich daraus ein wichtiger Gedanke. Eine Positionierung muss nicht zwangsläufig dadurch stärker werden, dass immer mehr Aspekte gestrichen werden. Stärke kann auch entstehen, wenn vorhandene Fähigkeiten, Werte, Erfahrungen und Persönlichkeitsmerkmale so miteinander verbunden werden, dass daraus ein klares Angebot für eine klar verstandene Zielgruppe entsteht.
Eine erfolgreiche Positionierung beantwortet damit nicht nur die Frage, wofür jemand steht, sondern auch, warum gerade diese Person auf ihre individuelle Art einen Unterschied für ihre Kunden machen kann.