„Angst ist eine Entscheidung“ – Wie Sarah Kleen Reiterinnen und Berufstätige von ihren Blockaden befreit
Foto: Justin Bockey

„Angst ist eine Entscheidung“ – Wie Sarah Kleen Reiterinnen und Berufstätige von ihren Blockaden befreit

Angst lähmt. Sie bremst Potenziale, untergräbt Vertrauen und verhindert Entwicklung. Dennoch ist Angst nicht einfach nur ein Schicksal – sie ist, wie Sarah Kleen es formuliert, eine Entscheidung. Die systemische Coachin, Speakerin und Expertin für mentale Blockaden begleitet Menschen – insbesondere Reiterinnen und Berufstätige – dabei, Ängste zu erkennen, zu verstehen und aktiv zu überwinden.

In diesem Artikel werfen wir einen tiefen Blick auf Sarah Kleens Ansatz und zeigen, wie ihr ungewöhnlicher Blick auf das Thema Angst nicht nur befreiend wirkt, sondern auch neue Perspektiven eröffnet – für die Arbeit mit Menschen, für Führungskräfte und für alle, die mehr Vertrauen und Klarheit in ihr Leben bringen wollen.

 

Angst: keine Charakterfrage, sondern eine schleichende Kraft

Viele ihrer Klientinnen erzählen Sarah Kleen nicht sofort von ihrer Angst. Die Angst ist oft getarnt – als Perfektionismus, als Kontrollzwang, als scheinbar rationale Zurückhaltung. Kleen macht deutlich: Angst ist kein festgeschriebener Wesenszug, kein unveränderliches Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist vielmehr ein Phänomen, das sich einschleicht – still, aber wirksam.

Ob es die Reiterin ist, die nach einem Sturz nicht mehr in den Sattel steigen kann, oder die ambitionierte Mitarbeiterin, die dreimal ihre E-Mails überprüft, bevor sie sie abschickt – in beiden Fällen wirkt ein tiefes Bedürfnis nach Kontrolle, Sicherheit und Fehlervermeidung. Dahinter: Angst.

 

Angst als Entscheidung – was bedeutet das konkret?

„Es ist eine Entscheidung, ob ich mit meiner Angst leben will – oder ob ich mich entscheide, sie zu bearbeiten“, sagt Sarah Kleen. Damit spricht sie einen radikal befreienden Gedanken aus: Angst ist veränderbar. Wer bereit ist, sich ihr zu stellen, wer bereit ist, genauer hinzusehen, der kann sie wandeln – nicht durch Wegdrücken, sondern durch bewusste Auseinandersetzung.

Kleen arbeitet dabei mit einem systemischen Ansatz, der sowohl das persönliche Erleben als auch das soziale Umfeld einbezieht. In einem ersten Kennenlerngespräch identifiziert sie gemeinsam mit ihren Klientinnen die Ursache der Angst – und trennt sie klar von äußeren Faktoren, etwa dem Verhalten des Pferdes oder den Erwartungen von Kollegen.

„Oft glauben Reiterinnen, das Pferd sei das Problem – doch in Wirklichkeit liegt die Unsicherheit in ihnen selbst.“

 

Kontrollverlust als Kern vieler Ängste

Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel Kontrollverlust. Ob im Sattel oder im Büro – das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, führt bei vielen Menschen zu starker innerer Unruhe. Kleen benennt einen zentralen Punkt:

„Kontrollverlust basiert häufig auf fehlendem Vertrauen – in sich selbst, in das Gegenüber, in den Prozess.“

In ihrer Arbeit geht es daher weniger um Konfrontation, sondern um Vertrauenstraining. Sie schafft Räume, in denen Menschen sich selbst wieder näherkommen – jenseits von Leistungsdruck und Selbstoptimierung. Das Ziel: echte Sicherheit aus dem Inneren heraus.

 

Angst im Beruf: Perfektionismus, Überkontrolle, Unsicherheit

Im Unternehmenskontext begegnet Sarah Kleen der Angst in subtilen Formen. Besonders häufig: Perfektionismus. Was nach Ehrgeiz klingt, ist oft eine Schutzstrategie. Die Angst, nicht gut genug zu sein, lässt Menschen überperformen – bis zur Erschöpfung. Ebenso verbreitet: Mikromanagement, das Unvermögen, Aufgaben abzugeben, und die ständige Selbstkontrolle.

All diese Phänomene bremsen nicht nur den Einzelnen, sondern auch Teams und Organisationen. Wer von Angst getrieben ist, verliert an Kreativität, Innovationskraft und echter Verbindung.

 

Von der Reiterin zur Transformationsbegleiterin

Sarah Kleen weiß aus eigener Erfahrung, wie lähmend Angst sein kann. Ein schwerer Reitunfall veränderte ihr Leben – und brachte sie auf ihren heutigen Weg. Erst die Auseinandersetzung mit der Angst im Sattel öffnete ihr die Augen für viele andere Ängste, die sie vorher nicht bewusst wahrgenommen hatte. Kontrollbedürfnis, ständiges Absichern, doppelte Prüfungen – auch das war Ausdruck eines tieferliegenden Musters.

Heute begleitet sie Menschen über mehrere Monate hinweg durch diesen Prozess der Transformation. Mit Feingefühl, Struktur und der klaren Überzeugung, dass jeder Mensch die Kraft zur Veränderung in sich trägt.

 

Was Unternehmen von Reiterinnen lernen können

Die Parallelen zwischen Reittherapie und Businesscoaching sind erstaunlich. Beides verlangt:

 

  • Vertrauen in das Unvorhersehbare
  • bewussten Umgang mit Unsicherheit
  • Loslassen von übermäßiger Kontrolle
  • Rückverbindung mit den eigenen Stärken

In Workshops, Vorträgen und Einzelcoachings bringt Sarah Kleen diese Themen in Organisationen. Sie hilft Mitarbeitenden und Führungskräften, ihre inneren Blockaden zu erkennen – und ihre Potenziale freizulegen.

 

Fazit: Angst ist kein Gegner, sondern ein Wegweiser

Sarah Kleens Arbeit zeigt: Angst ist nicht das Problem – sondern der Schlüssel. Sie weist auf blinde Flecken hin, auf ungeklärte Erfahrungen, auf ein Bedürfnis nach Sicherheit, das gesehen werden will. Wer das erkennt, kann Verantwortung übernehmen – und eine Entscheidung treffen. Gegen das Festhalten. Für die Freiheit.

Angst ist eine Entscheidung. Und jede Entscheidung kann der Anfang von etwas Großem sein.

Mehr Blogbeiträge