Investieren wie die Profis: Was Anleger von Warren Buffett & Co. lernen können
Von: Redaktion
Expertenprofil von Mario Lüddemann anzeigenDie meisten Deutschen gelten als Weltmeister im Sparen. Dennoch zeigt ein Blick auf das tatsächliche Vermögen vieler Privathaushalte ein überraschendes Bild: Trotz hoher Sparquote bleibt der langfristige Vermögensaufbau häufig hinter den Möglichkeiten zurück. Ein Grund dafür ist die Art, wie Geld angelegt wird.
Im Gespräch im Founder Talk bei Experts TV erklärt der Trading- und Investmentcoach Mario Lüddemann, warum viele Menschen zwar sparen, aber dennoch kaum Vermögen aufbauen – und welche einfachen Strategien Privatanleger von den größten Investoren der Welt übernehmen können.
Warum Sparen allein nicht zum Vermögensaufbau reicht
Deutschland gehört seit Jahren zu den Ländern mit der höchsten Sparquote weltweit. Über 10 % ihres Einkommens legen viele Haushalte regelmäßig zurück. Auf den ersten Blick klingt das nach einer idealen Grundlage für finanziellen Wohlstand.
Doch das Problem liegt nicht im Sparen selbst, sondern in der Art der Geldanlage. Ein großer Teil des Vermögens liegt auf:
- Tagesgeldkonten
- Festgeldkonten
- klassischen Fonds
- niedrig verzinsten Anlagen
Diese Anlagen bringen durchschnittlich etwa 1,5 % Rendite pro Jahr. Damit bleibt der Vermögensaufbau deutlich hinter dem zurück, was an den Kapitalmärkten möglich wäre.
Die größten Investoren der Welt investieren hingegen fast ausschließlich am Aktienmarkt. Dort entstehen langfristig die höchsten Renditen – ein Grund, warum Vermögensaufbau ohne Aktienbeteiligung oft deutlich langsamer verläuft.
Die Strategien der größten Investoren der Welt
Viele Privatanleger glauben, dass erfolgreiche Investoren täglich stundenlang die Märkte analysieren müssen. In Wirklichkeit verfolgen viele der erfolgreichsten Investoren erstaunlich einfache Prinzipien.
Zu den bekanntesten zählen Persönlichkeiten wie:
- Warren Buffett
- Ray Dalio
- internationale Fondsmanager großer Investmenthäuser
Diese Investoren verfolgen unterschiedliche Ansätze, doch sie teilen einige zentrale Grundprinzipien:
- langfristiges Denken
- klare Investmentstrategie
- Fokus auf Qualitätsunternehmen
- konsequente Portfolio-Struktur
Anstatt ständig neue Trends zu verfolgen, setzen sie auf systematische Strategien, die über viele Jahre hinweg funktionieren.
Reich in 60 Minuten: Eine Investmentstrategie mit minimalem Zeitaufwand
Aus der Analyse internationaler Investoren entstand die Strategie hinter dem Buch „Reich in 60 Minuten“ von Mario Lüddemann, das es bis auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste schaffte.
Der Titel ist bewusst provokant gewählt. Es geht nicht darum, in einer Stunde reich zu werden. Stattdessen beschreibt er den jährlichen Zeitaufwand, der für die Umsetzung der Strategie notwendig ist.
Das Prinzip ist einfach:
- Die Portfolios der erfolgreichsten Investoren werden analysiert.
- Daraus werden die 15 am höchsten bewerteten Aktien ausgewählt.
- Dieses Portfolio wird aufgebaut.
- Einmal pro Jahr wird überprüft, ob sich die Gewichtung verändert hat.
Der jährliche Aufwand liegt bei etwa 60 Minuten – ausreichend, um das Portfolio zu aktualisieren.
Historisch lassen sich mit solchen Strategien langfristige Renditen von etwa 12 % pro Jahr erzielen.
Der wichtigste Faktor beim Investieren: Zeit
Der größte Hebel beim Vermögensaufbau ist nicht die perfekte Aktie, sondern der Zinseszinseffekt.
Bereits relativ kleine Beträge können über viele Jahre hinweg enorme Wirkung entfalten.
Ein Beispiel:
- Startkapital: 10.000 €
- durchschnittliche Rendite: 12 %
- Anlagezeitraum: 20 Jahre
- Endkapital: 96.462 €
Würde man in dieser Zeit zusätzlich noch jeden Monat 50 € sparen, läge das Endkapital nach 20 Jahren sogar bei 142.504 €. Bei Einzahlungen von 22.000 € wären das über 120.000 € Zinsen.
Denn durch den Zinseszinseffekt kann ein erheblich wachsendes Vermögen entstehen. Genau deshalb ist der frühe Einstieg entscheidend.
Jedes verlorene Anlagejahr reduziert langfristig das mögliche Vermögen.
Warum viele Menschen trotzdem nicht investieren
Trotz der Chancen am Kapitalmarkt beginnen viele Menschen nie mit dem Investieren. Ein entscheidender Grund liegt in der fehlenden finanziellen Bildung.
In Deutschland wird Finanzwissen häufig weder:
- in Schulen
- noch in vielen Studiengängen
- noch im familiären Umfeld
systematisch vermittelt.
In anderen Ländern ist das anders. Staaten wie Norwegen investieren große Teile ihres Vermögens über Staatsfonds direkt am Kapitalmarkt. Auch in den USA ist Aktieninvesting ein zentraler Bestandteil der Altersvorsorge.
Das Ergebnis: Viele Menschen bauen dort automatisch Vermögen über Kapitalmärkte auf.
Der erste Schritt zum Investor
Der Einstieg in den Kapitalmarkt muss weder kompliziert noch teuer sein. Bereits kleine Beträge können ausreichen, um erste Erfahrungen zu sammeln.
Wichtige Schritte sind:
- ein Konto bei einem Onlinebroker eröffnen
- eine einfache Strategie festlegen
- langfristig investieren
- regelmäßig überprüfen, ob das Portfolio noch zur Strategie passt
Viele Anleger beginnen bereits mit kleinen monatlichen Beträgen und bauen so Schritt für Schritt ihr Portfolio auf.
Fazit: Investieren lernen statt nur sparen
Der Unterschied zwischen Sparen und Vermögensaufbau liegt in der Strategie. Wer ausschließlich spart, verliert langfristig häufig Kaufkraft. Wer hingegen systematisch investiert, kann vom Wachstum der globalen Wirtschaft profitieren.
Die Strategien der erfolgreichsten Investoren zeigen: Erfolgreiches Investieren muss weder kompliziert noch zeitaufwendig sein. Entscheidend sind ein klarer Plan, Geduld und der Mut, überhaupt zu starten.
Denn am Ende gilt eine einfache Regel des Vermögensaufbaus:
Der beste Zeitpunkt zu investieren ist immer früher, als man denkt.